Das Drabenderhoehe.de-Team wünscht allen Lesern ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr!
Nachfolgend das letztjährige Silvester-Feuerwerk über Drabenderhöhe.
https://vimeo.com/474696
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Nachfolgend das letztjährige Silvester-Feuerwerk über Drabenderhöhe.
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„Glocken klingen in die Lande, hell ertönt ihr ehern Mund.
Allen Menschen soll es klingen – Frieden bringen …“
So stand es auf dem Weihnachtsgruß, den jeder Besucher mit dem Programm erhielt. Und mit den „Weihnachtsglocken“ von Hermann Sonnet begann auch das Konzert unter dem Dirigat der ehemaligen Dirigentin Heidrun Niedtfeld in der vollbesetzten Kirche, während der Jugendchor unter der Leitung von Regine Melzer das überleitende „Stille Nacht, heilige Nacht“ oben von der Empore aus sang.
https://vimeo.com/475317
Günther Schuller begrüßte die Gäste als Vorsitzender des Honterus-Chores und verwies auf die 40-jährige Tradition dieses Weihnachtskonzertes in der evangelischen Kirche. Man hätte sich immer bemüht, auch jungen meist ortsansässigen Musikern die Möglichkeit zu geben, ihr Können vor großem Publikum zu zeigen. Diese Tradition soll weiter gepflegt werden. Und somit war auch dieses Konzert vom Wechsel zwischen Gesang „Honterus-Chor“ und „Jugend-Chor“, zwischen Orgel und Instrumentalisten sowie Solo-Gesang geprägt.
Fotos: Christian Melzer
Christian Orben führte an der Orgel dem Publikum vor, dass unsere schönen alten Weihnachtslieder durch Improvisationen nichts von ihrer Vertrautheit und Schönheit verlieren. Er begleitete die einzelnen Interpreten aber nicht nur mit der Orgel, sondern auch mit dem Cembalo und dem Klavier und zeigte damit seine musikalische Vielfältigkeit.
Der Honterus-Chor setzte das Konzert nun unter der Leitung seiner jetzigen Dirigentin Regine Melzer mit dem siebenbürgischen Weihnachtslied „Kommt und hört die Engel singen“ nach einem Satz von Dieter Cramer und dem melodischen und einfühlsamen „Eine wunderbare Kunde“ von D. G. Kiriac in a cappella fort.
Die schönen, jungen Stimmen des “ Jugend-Chores“ brachten nun eine lockere Heiterkeit mit den Sätzen von Manfred Bühler „Light of Freedom“ und „Corramos, corramos“ in das Konzert.
Die junge Sängerin Britta Eisgeth aus Drabenderhöhe hatte nun ihren ersten Solopart. Sie sang von Georg Friedrich Händel „Rejoice o daughter of Zion“ (Erwache o Tochter Zion). Ihre junge aber bereits kräftige Mezzo-Sopran-Stimme ließ die Zuhörer die mutmachende Nachricht dieses Chorals sicher auch ohne Sprachkenntnisse erfühlen.
Zum Gedenken des 300. Todestages von Dietrich Buxtehude (1637 – 1707), der wohl der berühmteste Vertreter der Norddeutschen Orgelschule genannt werden kann, setzte Christian Orben mit dem Präludium, fis-moll von Buxtehude das Konzert fort. Und mit „Wie soll ich dich empfangen“ übernahm der „Honterus-Chor“ die Erinnerung an den Komponisten Buxtehude, wobei nun noch zwei Violinen, sicher und ausdrucksstark gespielt von Mathias Wagner und Tobias Gubesch, den Klangkörper vervollständigten.
Honterus-Chor, Querflöte und Klavier bildeten eine Einheit bei dem nun folgenden recht schweren Stück „Dir zu singen, Allerhöchster“ von Johann Sebastian Bach. Conny Melzer spielte hierbei bravourös die Querflöte, die dem Spieler von der Atmung wirklich viel abverlangt.
Die anschließende Lesung übernahm Pfarrer Rüdiger Kapff. Bei dem Stück „Concerto Satz 11 Arioso e mesto“ von Johann Joachim Quantz konnten die Zuhörer die Schönheit des Zusammenspiels von Querflöte (Conny Melzer) und Cembalo (Christian Orben) genießen und entspannen.
Dietrich Buxtehude mit „Gott will dich lassen raten“ folgte. Ein ruhiger aber voluminöser Klangkörper entstand durch das Zusammenspiel von „Honterus-Chor“, zwei Violinen (Mathias Wagner und Tobias Gubesch), Klavier (Christian Orben) und Gesang (Britta Eisgeth).
Dann folgte der zweite große Solopart von Britta Eisgeth aus G. F. Händels Oratorium Messias „Er weidet seine Herde“. Hierbei kam der schöne Klang ihrer Stimme fast noch besser zu Geltung. Das anschließende Gebet und den Segen übernahm wieder Pfarrer Kapff.
Als absoluten Höhepunkt kann man sicher Buxtehudes „In dulci jubilo“ und das Zusammenspiel von „Honterus-Chor“, „Jugend-Chor“, Violinen, Cello (übrigens gespielt von unserer Chorleiterin Regine Melzer) sowie Cembalo (Christian Orben) unter der Leitung von Heidrun Niedtfeld ansehen. Der Honterus-Chor und alle Solisten sangen als Abschluss dieses rundum gelungenen Konzertes wie immer „Stille Nacht, heilige Nacht“.
Helga Bosch
Der Adele-Zay-Verein, das Altenheim Siebenbürgen, die Kreisgruppe des Verbandes der Siebenbürger Sachsen Drabenderhöhe und die Heimatortsgemeinschaft Scharosch führten am 14. Dezember im „Robert-Gassner-Hof“ bereits zum fünften Mal „Puer natus“ – „Ein Kind ist uns geboren“ auf.
Fotos: Christian Melzer
Das Blasorchester Siebenbürgen, Sängerinnen und Sänger des Honterus-Chores und der Heimatortsgemeinschaft Scharosch gestalteten den siebenbürgischen Brauch der in abgewandelter Form in mehreren Gemeinden Siebenbürgens zur Weihnachtszeit gepflegt wurde.
Besondere Verdienste um die Wiederbelebung dieses Brauchs hat sich der aus Scharosch stammende Johann Widmann erworben, der vor wenigen Tagen verstarb und dessen ausdrücklicher Wunsch es war, dass dieser alte Brauch auch weiterhin stattfinden werde.
Am Freitag, 23. November, fand die gut gelungene Premiere des diesjährigen Theaterstücks „Der lädich Kreach“ (Der leere Krug) von Julius Orendi statt.
Der Vorsitzende des Honterus-Chores Günther Schuller begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste.
Mit der Aussage des Rektor Lang (den er in dem diesjährigen Theaterstück spielte) führte er die Zuschauer in das Lustspiel ein: „Net em lädichen Kreach stächt det Agläck, sondern äm volen!“ (Nicht im leeren Krug steckt das Unglück, sondern im vollen!)
Da der Honterus-Chor der Veranstalter des Abends war, durfte natürlich eine kleine Kostprobe des musikalischen Liedgutes nicht fehlen. Unter dem Dirigat der bewährten Chorleiterin Regine Melzer begrüßten der Chor die Gäste.
Viel Freude hatten die Zuschauer an den Darbietungen der Siebenbürgischen Volkstanzgruppe Drabenderhöhe unter der Leitung von Christa Brandsch-Böhm. In ihren schönen Trachten waren sie wirklich eine Augenweide. Sicher haben viele ältere Zuschauer sich etwas melancholisch an ihre eigenen Tanzabende erinnert.
Anschließend las Hans-Otto Tittes aus seinem neuen Gedichtband „Allerla quer durch det Liewen“ (Allerlei quer durch das Leben) einige kurze aber sehr witzige Gedichte vor.
Das folgende Mundartstück „Der lädich Kreach“ spielt in einem sächsischen Dorf aus dem Umland Hermannstadts in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.
Der Autor thematisiert die Überheblichkeit der reichen Bauern gegenüber den Handwerkern in der Stadt aber auch gegenüber ärmeren Bauern im Dorf. Außerdem macht er sich über den Aberglauben der Dorfbevölkerung lustig. Mit erhobenem Zeigefinger gibt er Belehrungen weiter, schließlich zeigt er Brauchtum auf, wie es in den Dörfern Siebenbürgens bis vor kurzem praktiziert wurde; wenn der „Bittknecht“ oder der „Froaersmaon“ (Heiratsvermittler) beim „Wortmachen“ mit festgesetzten Worten im Haus der Brauteltern um die Braut warb. Diese vorgeschriebenen Worte halfen den jungen Männern, die richtigen Worte zu sagen, wenn sie nicht so redegewandt waren.
Natürlich lebt so ein Stück in Mundart von den typischen Ausdrücken, die einen Dialekt lebendig und kraftvoll machen; beispielsweise „Knietwasser“, wenn jemand weint von Knetwasser beim Brotbacken, oder „Kierschel“ für Schmutz beim Zusammenkehren, „der Jigodi sal et räcken“ sind Ausdrücke, die man aus Großmutters Zeit kennt, aber heute kaum noch benutzt.
Schließlich darf die Liebe in so einem Stück nicht fehlen. Hier kommt sie im Doppelpack vor und hat manche Hindernisse zu überwinden.
Die stellvertretende Vorsitzende Enni Janesch, die 35 Jahre lang seit Einführung des Katharinenballes 1972 in Drabenderhöhe bei der Schauspielgruppe des Honterus-Chores dabei ist und seit 1982 die Auswahl, Bearbeitung und Einstudierung des zu spielenden Stückes übernommen hat, musste wahrlich Schwerstarbeit leisten. Aber die viele Mühe hat sich gelohnt, die Schauspieler sind zur Höchstform aufgelaufen und haben dieses nicht leichte Stück gut rübergebracht.
Nach viel Gelächter und Applaus verabschiedeten sich die Schauspieler aber auch die Gäste untereinander.
Am Samstagabend folgte nun der „richtige“ Katharinenball, mit Gesang, Volkstanz, Theater und Ball, bei dem Günther Schuller auch unseren Landrat Hagen Jobi, die stellvertretende Bürgermeisterin Bianka Boedecker, die Kreistagsabgeordnete Corinna Bauer sowie den Ortspfarrer Rüdiger Kapff mit Gattin begrüßen konnte. Ebenfalls anwesend waren der stellvertretende Bundesvorsitzende und Leiter der SJD Rainer Lehni und aus unseren Reihen der Ehrenvorsitzende der Kreisgruppe Drabenderhöhe RA Herwig Bosch, die Bundesfrauenreferentin Enni Janesch sowie der Landesvorsitzende von NRW Harald Janesch.
Zu einem gelungenen Ballabend gehört natürlich auch mitreißende Tanzmusik, die auch dieses Jahr wieder von der Melzer-Band geboten wurde.
Der Band ist es an diesem Abend wieder einmal gelungen alle Tänzer, ob jung oder alt, zu begeistern, wie die ausgelassene und fröhliche Stimmung zeigte.
Den Chor hat es vor allem sehr gefreut, dass so viele junge Leute die weite Anreise beispielsweise aus Stuttgart, Landshut, Setterich, Siegen, Düsseldorf oder Köln nicht gescheut haben.
Helga Bosch
Wer hört und liest, dass es im Dietrich Bonhoeffer-Gymnasium eine Aufführung des weltberühmten Stummfilmklassikers Nosferatu geben wird, erinnert sich mit Schrecken an Dracula, an den langen schwarzen Mantel dieses dürren, blutsaugenden Gestells mit den krallenartigen Fingern.
Alte Stummfilme mit Live-Musik wieder zum Leben zu erwecken, das hat sich das Quartett „Sound of Silence“ zum Ziel gesetzt.
Frau Annette Blecher, die Inititatorin und musikalische Leiterin dieser hervorragenden Live-Musik-Begleitung sah das, was uns erwartete, offensichtlich auf ihre etwas nüchterne Weise. In ihrer Begrüßungsansprache fragte sie, ob die Anwesenden ausreichend gegessen und dabei den Knoblauch nicht vergessen hätten. Schließlich sei erwiesen, dass Knoblauch ein wichtiges Abwehrmittel gegen Dracula sei.
Christoph Stöber (Klavier)
Der Stummfilmklassiker, den Friedrich Murnau unter dem Titel „Nosferatu“ 1923 produzierte, ist die erste Verfilmung von Stokers „Dracula“. Obwohl Nosferatu sich direkt auf „Dracula“ bezieht, taucht dessen Name in dem legendären Film nicht auf, weil Murnau die Rechte an dem Buch nicht bekam. Aus Dracula wurde der nicht weniger gespenstige, lichtscheue Nosferatu.
Benjamin Müllenmeister (Flöte)
Die ausgeklügelte Bildkomposition Nosferatus und die schauspielerische Leistung machte den Film zu einem viel beachteten Klassiker des Horrorfilms und zu einem der einflussreichsten deutschen Filme seiner Zeit.
Der Film hatte keine Tonspur. Er wurde im Nadeltonspurverfahren vertont. Parallel zum Film lief eine Schallplatte ab. Stummfilme waren nie wirklich stumm. Die Musik spielte eine tragende Rolle bei der Vermittlung der filmischen Idee von der Leinwand zu den Zuschauern
Dominik Stückemann (Oboe)
In Wiehl wurde eine ganz neue Musik zu diesem Film geboten. Es werden Musikstücke aus der Zeit vor dem 20. Jahrhundert mit Improvisationen und Zitaten aus älterer Musikgeschichte verbunden. Nosferatus bedrohliche Seite wird zum Bespiel von Listzs „Unstern“ gekennzeichnet.
Die Handlung des Films entstand nicht 1923, sondern 1838 in der Biedermeier Ostsee-Hafenstadt Wisborg. Tod und Liebe sind die beiden Themenmelodien, die in den unterschiedlichsten Stellen des Films immer wieder auftauchen.
Das Liebespaar wurde gekennzeichnet von Schuberts Lied „Liebe schwärmt auf drei Wegen“. Nosferatu kommt nicht angsteinflößend daher, sondern ganz im schubertschen Sinne.
Tobias Gubesch (Klarinette)
Es ist eine erwähnenswertes Leistung, dass die Schüler Tobias Gubesch (Klarinette), Christian Stöber (Klavier), Dominik Stückemann (Oboe) und Benjamin Müllenmeister (Flöte) des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Wiehl – unter Leitung von Annette Blecher – eine so hervorragende Leistung vollbrachten, die den stummen Schauspielern in dem Film zum Leben verhelfen.
Musikalische Leitung und Percussion: Annette Blecher
Wir Wiehler sind stolz auf die Wiehler Gymnasiasten und gratulieren ihnen herzlich zu diesem Erfolg. Unsere ganz besondere Anerkennung gilt Frau Blechers Können und ihrem Engagement, das sie auf so beeindruckende Weise auf ihre Schüler überträgt.
Nosferatu ist wieder einmal ein musikalischer Höhepunkt des Gymnasiums, der mit großer Begeisterung aufgenommen wurde.
Text: Marianne Stitz
Fotos und Video: Günther Melzer